Es scheint mittlerweile Gewohnheit zu werden, dass man Veranstaltungen von politischen Konkurrenten dazu nutzt, um auch auf sich selbst und seine Ziele aufmerksam zu machen. Meistens spielen sich solche "Demonstrationen" vor dem Veranstaltungsort ab, das ist dort auch völlig legitim und in einer liberalen Bürgergesellschaft sogar gewünscht.
Innerhalb von einer Woche musste ich jedoch nun beobachten, dass beide FDP-Veranstaltungen, die ich besucht habe, von einer Aktion während der Veranstaltung gestört wurden. Bei der Dreikönigskundgebung der FDP in Stuttgart entrollten Mitglieder der Grünen Jugend unter lautstarker Begleitung ein Transparent mit der Aufschrift "Neoliberalismus = Finanzkrise". Selbst wenn man die sehr plumpe und leider nicht sehr differenzierte politische Äußerung unbedacht lässt, muss man hier einen Mangel an politischen Feingefühl sehen. Ich bin auf jeden Fall für freie Meinungsäußerung, aber ich finde es echt daneben lautstark eine laufende Veranstaltung zu stören.
Heute dann eine ähnliche Aktion: Beim Neujahrsempfang der FDP-Fraktion im Niedersächsischen Landtag hielt ein Demonstrant ein Schild gegen einen angeblich eingebrachten Entwurf für ein neues Versammlungsgesetz hoch. (Ein solcher Entwurf der Landesregierung existiert bisher übrigens nicht.)
Einen Unterschied gab es in den zwei Aktionen schon - das Verhalten der Grünen Jugend wirkte sich störend auf die Veranstaltung aus, während die heutige "Demo" still verlief.
Allerdings würde ich mich freuen, wenn in Zukunft solche Demonstrationen vor den Veranstaltungsorten stattfinden würden. Das sieht jeder die Meinung der anderen, aber die Veranstaltung wird nicht gestört.
Sonntag, 11. Januar 2009
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Entspricht ganz meinen Erfahrungen. Ist wohl einfach ein fundamentaler Unterschied im Stil. Junge Liberale mögen keine Trillerpfeifen, weil sie dann die gegenseite nicht mehr verstehen können und sich nicht durch den Kopf gehen lassen können, was die sagt.
AntwortenLöschenGrüne und Sozialisten scheinen das ganz anders zu sehen: Radau als Mittel der politischen Meinungsäußerung. Das ist der Stil der 68er. Der nichts mit Demokratie gemein hat, außer dass er bei uns weitestgehend nicht verboten ist.